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Berner Fachhochschule stärken

Die Berner Fachhochschule (BFH) ist historisch gewachsen. Die verschiedenen Departemente sind heute auf rund 26 Standorte verteilt. Sie werden nun in Biel und Bern konzentriert. Burgdorf bleibt weiterhin Fachhochschulstandort.

12 Hochschulen haben sich 1997 zur Berner Fachhochschule (BFH) zusammengeschlossen. Die verschiedenen Departemente sind heute an rund 26 Standorten in Bern, Biel, Burgdorf, Magglingen und Zollikofen untergebracht. Die räumliche Zersplitterung erschwert die Lehre und führt zu Mehrkosten. Zudem sind viele BFH-Gebäude mittlerweile in die Jahre gekommen.

Deshalb hat der Grosse Rat des Kantons Bern 2011 entschieden, die BFH insbesondere in Biel und Bern zu konzentrieren. In Biel werden die beiden Departemente «Technik und Informatik» sowie «Architektur, Holz und Bau» konzentriert. In Burgdorf ist die BFH weiterhin mit dem TecLab vertreten.

Der neue Campus in Biel stärkt den Kanton Bern als Bildungsstandort und positioniert die BFH in der Fachhochschullandschaft Schweiz als innovative und wettbewerbsfähige Hochschule.

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Projektgeschichte

Für den Bau des Campus hat das Amt für Grundstücke und Gebäude (AGG) im Dezember 2014 einen Projektwettbewerb ausgeschrieben. 54 Teams aus dem In- und Ausland haben sich beteiligt. Im Preisgericht waren neben Fachpreisrichtern und -richterinnen aus den Bereichen Architektur und Ingenieurwesen auch Sachpreisrichter und -richterinnen aus der kantonalen Erziehungsdirektion, der Berner Fachhochschule und des Unternehmens Rolex beteiligt. Am Verfahren ebenfalls mitgewirkt haben Vertreterinnen und Vertreter der Städte Biel und Nidau sowie der InnoCampus AG. Das Preisgericht hat die anonym eingereichten Arbeiten eingehend beurteilt und einstimmig das Projekt «Trèfle», zu Deutsch «der Klee», der pool Architekten aus Zürich zum Sieger erklärt.

Siegerprojekt "Trèfle"

«Trèfle» zeichnet sich durch eine helle, transparente Lernlandschaft aus, die den Austausch ermöglicht und mit geschickt platzierten Kommunikationspunkten fördert. «Das Siegerprojekt ist das Gegenteil des grauen, verwinkelten Schulhausstils, den wir von früher kennen. Es bildet den Rahmen für Kreativität, Eigeninitiative und Team-fähigkeit», würdigte die damalige Regierungsrätin Barbara Egger-Jenzer an der Projektpräsentation in Nidau/Biel die gestalterische Konzeption.

Abbruch der Ausschreibung

Das Siegerprojekt «Trèfle» wurde in den Folgejahren zum Bauprojekt ausgearbeitet. Im Juni 2017 genehmigte der Grosse Rat des Kantons Bern einen Ausführungskredit von 233.5 Millionen Franken, wovon ein Anteil von 218.3 Millionen für die Realisierung durch einen Totalunternehmer (TU) vorgesehen war. Die im April 2019 gestartete TU-Ausschreibung musste aber im September 2019 abgebrochen, da alle eingegangenen Offerten den vorgesehenen und bewilligten Kreditrahmen teilweise massiv überschritten.

Um die grossen Abweichungen zwischen TU-Angeboten und Kostenvoranschlag zu ergründen, gab die Bau- und Verkehrsdirektion (BVD) eine externe Expertise in Auftrag. Diese kam zum Schluss, dass hohe Ansprüche ans Gebäude, kostentreibende Projektänderungen, enge Termine, eine anspruchsvolle Projektorganisation, die offene Rechtslage, knappe Kostenziele und eine allzu detaillierte Ausschreibung zu den Abweichungen geführt haben. Eine durch die Expertise ermittelte Kostenschätzung ergab Realisierungskosten von knapp 288 Millionen Franken.

Die offene Rechtslage rührte vor allem daher, weil zur Realisierung des Bieler Campus zwei Liegenschaften abzureissen sind. Die bisherige Eigentümerschaft hat sich auf juristischem Weg gegen den Abriss und gegen eine Enteignung gewehrt. Erst im November 2022 hat sich der Kanton mit dem Eigentümer aussergerichtlich geeinigt und im Sommer 2023 konnte die Liegenschaft vom Kanton erworben werden.

Erfolgreicher Relaunch

Die durch diese juristische Auseinandersetzung anfallende Wartezeit nutzte der Kanton, um das Projekt zwischen März 2020 und August 2021 einem Relaunch zu unterziehen. Ziel des Relaunches war eine Optimierung, ohne aber Lehre und Forschung der BFH weder kurz- noch langfristig zu tangieren. Demnach wurde zum Beispiel auf die Auslagerung von Speziallabors und eine generelle Flächenreduktion verzichtet. So bleibt die Hauptnutzfläche praktisch unverändert. Hingegen wurde durch den Verzicht auf ein Parkgeschoss die Nebennutzfläche um fast 46 Prozent reduziert. Die wegfallenden Parkplätze lassen sich durch gemietete Parkfelder im benachbarten Einkaufszentrum kompensieren. Weitere Einsparungen wurden beim Holzbau, bei der Materialisierung der Innenausstattung sowie in den Bereichen Elektro und Heizung/Lüftung/Kühlung/Sanitär realisiert.

Trotz bedeutender Optimierungen in Millionenhöhe zeigte sich, dass Mehrkosten in einem höheren zweistelligen Millionenbetrag anfallen würden. Neu belaufen sich die Gesamtkosten für den Bieler Campus auf 402,5 Millionen Franken. Der Grosse Rat hat im Juni 2023 den entsprechenden Zusatzkredit von 94.7 Millionen Franken zur Realisierung des Campus Biel/Bienne einstimmig gutgeheissen. 

Damit steht dem Abbruch des Gebäudes und der Wiederaufnahme der Bauarbeiten für den BFH Campus Biel/Bienne der Berner Fachhochschule (BFH) im Frühjahr 2024 nichts mehr im Weg.

Bisherige Meilensteine

2028
Voraussichtliche Inbetriebnahme

2026
Die Montage der Holzkonstruktionen für Erd- und Obergeschosse schreitet voran, ein Zusammenspiel aus Holz- und Betonbau.

2025
Im Mai erfolgt die Grundsteinlegung und im Herbst startet der Holzbau.

2024
Die Liegenschaften Aarbergstrasse 14/16 werden abgebrochen und die Vorarbeiten für den Hauptbau beginnen. 

2023
Der Grossrat des Kantons Bern bewilligt den Zusatzkredit für Landsicherung und Realisierung. Die ARGE Campus Biel/Bienne, bestehend aus Marti Gesamtleistungen AG und Marti AG Bern, erhält den Zuschlag nach der erneuten TU-Ausschreibung. 

2022
Der Kanton Bern einigt sich mit dem Eigentümer der Liegenschaften Aarbergstrasse 14/16 und die zweite TU-Ausschreibung wird gestartet. Der Gesamtbauentscheid liegt vor.

2021
Der Relaunch zur Projektoptimierung und Kostenreduktion kann abgeschlossen werden und der Entscheid des Bundesgerichts zum Enteignungsrecht Aarbergstrasse 14/16 liegt vor.

2020
Die Bau- und Verkehrsdirektion (BVD) führt einen Relaunch zur Projektoptimierungen und Kostenreduktion durch.

2019
Die im Frühling 2019 lancierte TU-Ausschreibung muss im Herbst 2019 aufgrund von Kostenüberschreitungen der eingereichten Offerten eingestellt werden.

2018
Der offizielle Baustart für den neuen Campus auf dem Feldschlössli-Areal in Biel findet statt.

2017
Der Grosse Rat genehmigt in der Juni-Session den Ausführungskredit. Die Projektierungsphase Bauprojekt wird gestartet.

2016
Die Projektierungsphase Vorprojekt und Kostenvoranschlag kommt zum Abschluss.

2015
Das Siegerprojekt «Trèfle» für den Neubau des Campus Biel/Bienne steht fest und wird bekanntgegeben.

2014
Mit 144:0 Stimmen verabschiedet das bernische Parlament den Projektierungskredit für den Campus Biel/Bienne.

Das Amt für Grundstücke und Gebäude (AGG) schreibt den Projektwettbewerb öffentlich aus.

2012
Der Grosse Rat gibt mit den Planungserklärungen grünes Licht für die nächsten Projektschritte.

2011
Der Regierungsrat des Kantons Bern beschliesst, die Standorte der BFH zu konzentrieren.

 

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